Kurz erklärt: Sie haben bezahlt und nichts (oder Falsches) erhalten, oder
sind auf einen Fake-Shop oder Anlagebetrug hereingefallen? Jetzt zählt Schnelligkeit. In
4 Schritten: Zahlung stoppen und Geld zurückholen, Beweise sichern, Anzeige erstatten,
Angebot melden und weitere Konten schützen. Sie sind nicht schuld.
Erste Hilfe:
Handeln Sie sofort — bei frischen Überweisungen zählt jede Stunde. Rufen Sie zuerst Ihre Bank an.
Zahlen Sie nichts nach („Gebühren", „Steuern", „Freischaltung"), um an Ihr Geld oder angebliche Gewinne zu kommen — das ist Teil der Masche.
Vorsicht vor „Geld-zurück"-Angeboten: Wer verspricht, Ihr verlorenes Geld zurückzuholen, ist oft die zweite Betrugsmasche.
01
Zahlung stoppen und Geld zurückholen
Ihre Chancen hängen stark vom Zahlungsweg ab — handeln Sie schnell.
Überweisung / Vorkasse: Sofort die Bank anrufen und einen Rückruf der Überweisung versuchen. Das gelingt nur in den ersten Stunden.
Lastschrift: Bei Ihrer Bank zurückbuchen lassen — bis zu 8 Wochen nach der Abbuchung (bei nicht genehmigter Lastschrift bis 13 Monate).
Kreditkarte: Bei Ihrer Bank ein Chargeback (Rückbuchung) beantragen.
PayPal: Den Käuferschutz im PayPal-Konto unter „Konfliktlösungen" beantragen (nicht bei „Freunde und Familie").
Bargeldtransfer (Western Union, MoneyGram): Rückruf möglich, solange das Geld noch nicht abgeholt wurde.
Karten-/Kontodaten weitergegeben? Karte sperren über 116 116.
02
Beweise sichern
Screenshots von Shop oder Angebot, Impressum, Bestellung, Zahlungsbeleg, Chatverlauf und E-Mails.
Adresse (URL) des Shops oder Angebots notieren, dazu Datum und Uhrzeit.
Alles zusammen sicher speichern — Sie brauchen es für die Bank und die Anzeige.
03
Anzeige erstatten
Anzeige bei der Polizei oder online über die
Online-Wache der Polizei ↗,
mit Ihren gesicherten Beweisen.
Mögliche Tatbestände:§ 263 StGB (Betrug),
§ 263a StGB (Computerbetrug). Die Einordnung nimmt die Polizei vor.
Bewahren Sie das Aktenzeichen auf — Bank und Zahlungsdienste fragen oft danach.
Anlage- oder Krypto-Betrug: Prüfen Sie Warnungen der Finanzaufsicht BaFin ↗. Warnzeichen: kein Impressum, keine BaFin-Erlaubnis, Zeitdruck, Auszahlung erst nach weiteren Einzahlungen.
Passwörter ändern, wenn Sie welche auf der Seite eingegeben haben; Datenleck-Check ↗ durchführen.
Beratung: Die Verbraucherzentrale hilft bei der Rückforderung und der Einschätzung.
Häufige Fragen
Ich habe per Überweisung (Vorkasse) gezahlt — ist das Geld weg?
Eine Überweisung ist schwer zurückzuholen, aber versuchen Sie es sofort: Rufen Sie Ihre Bank an und bitten Sie um einen Rückruf der Überweisung. Das gelingt nur in den ersten Stunden. Je schneller Sie handeln, desto besser.
Bekomme ich mit PayPal mein Geld zurück?
Wenn Sie nicht die Option „Freunde und Familie“ genutzt haben, greift oft der PayPal-Käuferschutz — etwa wenn die Ware nicht ankommt oder deutlich nicht der Beschreibung entspricht. Den Antrag stellen Sie im PayPal-Konto unter „Konfliktlösungen“.
Ich soll noch Gebühren oder Steuern zahlen, um an mein Geld zu kommen — stimmt das?
Nein. Nachträgliche Forderungen für „Gebühren“, „Steuern“ oder „Freischaltung“ sind Teil der Betrugsmasche. Zahlen Sie nichts nach.
Jemand bietet an, mein verlorenes Geld zurückzuholen — ist das seriös?
Meist nicht. Solche „Rückhol-Angebote“ — oft angeblich im Auftrag der BaFin oder einer Behörde — sind häufig eine zweite Betrugsmasche (Recovery-Scam). Gehen Sie nicht darauf ein und zahlen Sie nichts.
Wie erkenne ich einen Fake-Shop?
Prüfen Sie die Shop-Adresse mit dem Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale. Warnzeichen sind: nur Vorkasse per Überweisung, unrealistisch günstige Preise, fehlendes oder falsches Impressum und eine frisch registrierte Internet-Adresse.
Wir prüfen unsere Leitfäden regelmäßig auf Aktualität von Rechtsangaben, Telefonnummern und Verweisen. Den Stand der gesamten Website finden Sie unter Über uns.
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Verwendet die für Menschen mit Dyslexie entwickelte, lokal eingebundene Schriftart OpenDyslexic sowie großzügigere Abstände.
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