Kurz erklärt: Wenn Sie sich plötzlich nicht mehr
anmelden können oder merkwürdige Aktivitäten sehen, ist Ihr Konto
wahrscheinlich übernommen worden. Handeln Sie schnell in 4 Schritten:
Konto zurückholen, absichern, Schaden begrenzen, Anzeige erstatten.
Erste Hilfe:
Nutzen Sie ein anderes Gerät, wenn Sie vermuten, dass Ihr Computer oder Smartphone infiziert ist.
Ändern Sie Passwörter niemals über Links in E-Mails oder SMS — rufen Sie die offizielle Webseite manuell auf.
Bei Finanzschäden: Bank sofort anrufen und Karte sperren (116 116).
01
Konto zurückholen
Versuchen Sie zuerst, Zugang zum Konto wiederzubekommen. Alle großen
Anbieter haben dafür eine „Passwort vergessen"- oder
„Konto wiederherstellen"-Funktion.
Tipp: Beantworten Sie die Wiederherstellungsfragen
möglichst vollständig. Geben Sie alte Passwörter an, die Sie einmal
hatten — das hilft dem Anbieter, Sie als rechtmäßige:n Inhaber:in
zu erkennen.
02
Konto absichern
Nach der Wiederherstellung gleich absichern, bevor die Angreifer neu reinkommen.
Neues, starkes Passwort: Mindestens 12 Zeichen, nicht anderswo verwendet. Nutzen Sie einen Passwort-Manager.
Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) aktivieren: Bevorzugt mit Authenticator-App (z. B. Aegis, 2FAS), nicht per SMS.
Wiederherstellungs-E-Mail und -Telefonnummer prüfen: Angreifer ändern diese oft. Stellen Sie sicher, dass nur Sie Zugriff haben.
Aktive Sitzungen abmelden: In den Einstellungen aller Dienste gibt es „Alle Geräte abmelden".
Weiterleitungsregeln in E-Mail prüfen: Angreifer richten oft heimliche Weiterleitungen ein.
Verbundene Apps prüfen: Unbekannte Dritt-Apps mit Zugriff entfernen.
03
Schaden begrenzen
Kontakte warnen: Informieren Sie Freunde und Familie — Angreifer schicken oft Betrugsnachrichten in Ihrem Namen.
Bank & Karten: Prüfen Sie Kontoauszüge der letzten Wochen. Bei verdächtigen Abbuchungen: Bank anrufen, Karte sperren (116 116).
Andere Konten prüfen: Haben Sie dasselbe Passwort noch woanders verwendet? Dort ebenfalls ändern.
Gerät auf Schadsoftware prüfen: Antivirus-Scan durchführen. Im Zweifel System neu aufsetzen.
Bei Identitätsdiebstahl: Melden Sie den Identitätsmissbrauch bei der
SCHUFA
und holen Sie eine kostenlose Selbstauskunft (Datenkopie nach Art. 15 DSGVO ↗) ein.
Ausführlich: Leitfaden Identitätsdiebstahl.
Relevante Straftatbestände: § 202a StGB ↗
(Ausspähen von Daten), § 202c StGB ↗
(Vorbereiten des Ausspähens), § 263a StGB ↗
(Computerbetrug) bei Finanzschäden.
Bringen Sie Screenshots, Zeitstempel, Mail-Header und
Transaktionsbelege mit.
Beim BSI können Sie den Vorfall ebenfalls melden:
0800 274 1000.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich, dass mein Konto gehackt wurde?
Typische Anzeichen: Sie können sich plötzlich nicht mehr anmelden, Passwort oder Wiederherstellungs-E-Mail wurden geändert, Freunde erhalten Betrugsnachrichten in Ihrem Namen, oder Sie sehen unbekannte Anmeldungen und Abbuchungen.
Was sollte ich zuerst tun?
Holen Sie das Konto über die Funktion „Passwort vergessen“ beziehungsweise „Konto wiederherstellen“ des Anbieters zurück — von einem sauberen Gerät und niemals über Links aus E-Mails oder SMS. Bei Finanzschäden sofort die Karte sperren lassen unter 116 116.
Wie sichere ich mein Konto nach der Wiederherstellung ab?
Vergeben Sie ein neues, starkes Passwort (mindestens 12 Zeichen, nirgends sonst genutzt), aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung per Authenticator-App statt SMS, prüfen Sie Wiederherstellungs-E-Mail und -Telefonnummer, melden Sie alle Geräte ab und entfernen Sie heimliche Weiterleitungsregeln sowie unbekannte verbundene Apps.
Sollte ich Anzeige erstatten?
Ja — auch bei geringem Schaden, über die Online-Wache der Polizei oder eine Dienststelle. Relevante Straftatbestände sind die §§ 202a, 202c und 263a StGB. Bringen Sie Screenshots, Zeitstempel, Mail-Header und Belege mit. Den Vorfall können Sie auch beim BSI melden (0800 274 1000).
Wie finde ich heraus, ob meine Daten in einem Datenleck sind?
Prüfen Sie Ihre E-Mail-Adresse mit dem HPI Identity Leak Checker oder mit Have I Been Pwned. Bei Identitätsdiebstahl melden Sie zusätzlich den Identitätsmissbrauch bei der SCHUFA und holen eine kostenlose Selbstauskunft (Datenkopie nach Art. 15 DSGVO ↗) ein.
Wir prüfen unsere Leitfäden regelmäßig auf Aktualität von Rechtsangaben, Telefonnummern und Verweisen. Den Stand der gesamten Website finden Sie unter Über uns.
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Verwendet die für Menschen mit Dyslexie entwickelte, lokal eingebundene Schriftart OpenDyslexic sowie großzügigere Abstände.
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