Cybermobbing und Hass im Netz — was können Sie tun?
Zuletzt überprüft: · aktualisiert:
Kurz erklärt: Jemand beleidigt, bedroht oder blamiert Sie im Internet. Das ist nicht in Ordnung, und Sie sind nicht schuld. Das Wichtigste zuerst: Sichern Sie Beweise (Screenshots mit Link und Datum), bevor Sie etwas melden oder blockieren. Danach können Sie melden, blockieren, Anzeige erstatten und sich Hilfe holen.
Erste Hilfe:
Beweise zuerst sichern. Screenshots machen, bevor Sie etwas löschen, melden oder blockieren.
Nicht antworten. Gehen Sie nicht auf Provokationen ein — das heizt die Lage oft an.
Bei akuter Gefahr oder konkreter Bedrohung: Polizei 110.
Reden Sie mit jemandem. Ein Angriff im Netz belastet — Sie müssen das nicht allein aushalten.
01
Beweise sichern
Sichern Sie alles, bevor Sie melden oder blockieren.
Screenshot von jedem beleidigenden oder bedrohlichen Beitrag.
Darauf sichtbar: Datum und Uhrzeit, der Nutzername und der Zusammenhang.
Notieren Sie die Internet-Adresse (URL) des Beitrags und des Profils.
Auch die Plattform (z. B. Instagram, TikTok) sollte erkennbar sein.
02
Bei der Plattform melden und blockieren
Über die Meldefunktion der Plattform melden (meist über die drei Punkte am Beitrag).
Erst nach der Beweissicherung blockieren.
Reagiert die Plattform nicht, ist die Bundesnetzagentur seit dem EU-Gesetz über digitale Dienste (DSA) die zentrale Beschwerdestelle: dsc.bund.de ↗ (das frühere NetzDG wurde 2024 großteils vom DSA abgelöst).
03
Anzeige bei der Polizei erstatten
Beleidigungen und Bedrohungen können Straftaten sein.
Anzeige bei einer Dienststelle oder online über die Online-Wache Ihres Bundeslandes (onlinewache.polizei.de ↗).
Gesicherte Beweise mitbringen.
Mögliche Straftaten: § 185 (Beleidigung), § 186/187 (üble Nachrede/Verleumdung), § 241 (Bedrohung), § 130 StGB (Volksverhetzung). Ob im Einzelfall eine Straftat vorliegt, prüfen Polizei und Staatsanwaltschaft.
04
Sich schützen und Hilfe holen
Konten auf privat stellen; prüfen, wer Ihre Beiträge sieht.
Eine Auszeit von der Plattform gönnen — Angriffswellen sind oft anfangs am stärksten.
Kostenlose Beratung, z. B. bei HateAid (digitale Gewalt).
Bei seelischer Belastung: Telefonseelsorge, rund um die Uhr, anonym.
Häufige Fragen
Soll ich die Person blockieren?
Ja, aber erst nachdem Sie Beweise gesichert haben. Sonst sehen Sie den Beitrag später vielleicht nicht mehr.
Warum soll ich nicht einfach alles löschen?
Weil Sie die Inhalte als Beweis brauchen — für die Meldung und eine mögliche Anzeige. Speichern Sie sie, bevor Sie sie aus Ihrer Ansicht entfernen.
Muss ich auf Beleidigungen antworten?
Nein. Sie müssen sich nicht rechtfertigen. Eine Antwort führt oft zu mehr Angriffen. Konzentrieren Sie sich auf Sichern, Melden und Hilfe holen.
Bringt eine Anzeige etwas, wenn die Person anonym ist?
Ja, das kann sich lohnen. Polizei und Staatsanwaltschaft haben Möglichkeiten, hinter anonyme Profile zu schauen. Ihre Screenshots und Links helfen dabei.
Was, wenn die Plattform den Beitrag nicht löscht?
Wenden Sie sich an die Bundesnetzagentur als DSA-Beschwerdestelle (dsc.bund.de), wenn eine Plattform rechtswidrige Inhalte nicht entfernt.
Wer hilft, wenn es mich sehr belastet?
Sie müssen das nicht allein tragen. HateAid berät kostenlos zu digitaler Gewalt; die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr da; der Weisse Ring hilft Opfern von Straftaten.
Wir prüfen unsere Leitfäden regelmäßig auf Aktualität von Rechtsangaben, Telefonnummern und Verweisen. Den Stand der gesamten Website finden Sie unter Über uns.
Barrierefreiheit
Sehen
Textgröße
Lesen
Verwendet die für Menschen mit Dyslexie entwickelte, lokal eingebundene Schriftart OpenDyslexic sowie großzügigere Abstände.
Bedienen
Vorlesen
Ist die Funktion aktiv, wird ein Textabschnitt vorgelesen, sobald Sie ihn anklicken. Esc stoppt die Ausgabe. Genutzt wird die Sprachausgabe Ihres Geräts — keine externen Dienste.
Ihre Auswahl wird nur lokal auf diesem Gerät gespeichert (keine Cookies).