Cybergrooming und Cybermobbing — wie schütze ich mein Kind, und was tun Jugendliche selbst?
Zuletzt überprüft: · aktualisiert:
Kurz erklärt:Cybergrooming heißt: Eine erwachsene Person nimmt im Netz Kontakt zu einem Kind auf, um es sexuell zu belästigen. Cybermobbing heißt: Jemand wird im Netz beleidigt, bloßgestellt oder ausgegrenzt — oft von Gleichaltrigen. In beiden Fällen gilt: ruhig bleiben, dem Kind glauben, Beweise sichern (nichts löschen), Kontakt beenden und Hilfe holen. Das Kind ist nie schuld.
Inhaltshinweis
Inhaltshinweis: Dieser Text spricht sexuelle Anmache von Kindern und Jugendlichen im Internet an. Bei akuter Gefahr sofort die 110 anrufen.
Ruhig bleiben und dem Kind glauben. Keine Vorwürfe. Es war richtig, sich anzuvertrauen.
Chats und Bilder NICHT löschen — Screenshots als Beweise. Ausnahme: intime Aufnahmen eines Kindes nicht selbst speichern/weiterleiten (erst mit der Polizei absprechen).
Kontakt abbrechen: Person blockieren und bei der Plattform melden.
01
Ruhig reden und zuhören
Bleiben Sie ruhig und hören Sie zu. Machen Sie keine Vorwürfe — weder dem Kind noch sich
selbst. Sagen Sie klar: „Du bist nicht schuld." So bleibt das Vertrauen erhalten und Ihr
Kind traut sich, weiter mit Ihnen zu reden. Das gilt bei Cybergrooming wie bei Mobbing.
02
Beweise sichern (nichts löschen)
Löschen Sie nichts. Sichern Sie Chat-Verlauf, Nachrichten und Profile mit Screenshots
(Datum, Uhrzeit, Benutzername, Plattform). Bei intimen Aufnahmen eines Kindes:
nicht selbst herunterladen oder weiterleiten — erst mit der Polizei absprechen.
03
Kontakt beenden und melden
Person blockieren und Profil bei der Plattform melden.
Verdächtige Inhalte zusätzlich bei jugendschutz.net melden (verstoss-melden ↗).
04
Anzeige erstatten und Beratung holen
Erstatten Sie Anzeige — bei der Polizei oder online über die
Online-Wache
Ihres Bundeslandes. Cybergrooming ist eine Straftat (§ 176b StGB ↗).
Holen Sie Beratung: Nummer gegen Kummer (Kinder/Jugendliche 116 111,
Eltern 0800 111 0 550) oder juuuport (Jugendliche beraten Jugendliche).
Bei intimen Aufnahmen von unter 18-Jährigen hilft „Take It Down“.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich Cybergrooming?
Eine erwachsene Person baut über Chats, Netzwerke oder Online-Spiele Vertrauen auf: viele Komplimente, Drängen auf Geheimhaltung, Fragen nach Fotos oder heimliche Treffen. Das Kind wirkt vielleicht verschlossen.
Soll ich den Chat löschen, damit es aufhört?
Nein. Der Chat ist ein wichtiger Beweis für die Polizei. Blockieren und melden Sie die Person — aber löschen Sie den Verlauf nicht.
Ist Cybergrooming strafbar?
Ja. § 176b StGB ↗ stellt es unter Strafe, auf ein Kind einzuwirken, um es zu sexuellen Handlungen zu bringen. Die genaue Einordnung ist juristisch zu prüfen.
Mein Kind wird von Mitschüler:innen online gemobbt — was hilft?
Alles mit Screenshots dokumentieren, Schule und eine Vertrauensperson einbeziehen, Inhalte bei der Plattform melden. Beratung bei juuuport und der Nummer gegen Kummer.
Ich bin Jugendliche:r und werde online fertiggemacht. Was tun?
Du bist nicht schuld. Speichere Beweise (Screenshots), antworte nicht auf Provokationen, blockiere und melde die Person. Rede mit einer erwachsenen Vertrauensperson oder anonym bei juuuport oder unter 116 111.
Jemand hat ein intimes Bild von mir (unter 18) verbreitet — was jetzt?
Das ist nicht deine Schuld. Der kostenlose, anonyme Dienst „Take It Down“ kann helfen, die Verbreitung zu stoppen, ohne dass du das Bild verschicken musst. Hol dir Hilfe bei einer Vertrauensperson und überlege eine Anzeige.
Sie brauchen Hilfe?
Polizei-Notruf: 110 — bei akuter Gefahr; Anzeige auch über die Online-Wache Ihres Bundeslandes
Wir prüfen unsere Leitfäden regelmäßig auf Aktualität von Rechtsangaben, Telefonnummern und Verweisen. Den Stand der gesamten Website finden Sie unter Über uns.
Barrierefreiheit
Sehen
Textgröße
Lesen
Verwendet die für Menschen mit Dyslexie entwickelte, lokal eingebundene Schriftart OpenDyslexic sowie großzügigere Abstände.
Bedienen
Vorlesen
Ist die Funktion aktiv, wird ein Textabschnitt vorgelesen, sobald Sie ihn anklicken. Esc stoppt die Ausgabe. Genutzt wird die Sprachausgabe Ihres Geräts — keine externen Dienste.
Ihre Auswahl wird nur lokal auf diesem Gerät gespeichert (keine Cookies).