Digitale Trennung: Konten, Geräte und Standort nach der Trennung absichern
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Kurz erklärt: Nach einer Trennung hatte die andere Person vielleicht Zugriff auf Ihre Konten, Ihr Handy oder Ihren Standort. Sie können diesen Zugriff Schritt für Schritt beenden: Passwörter neu setzen, Zwei-Faktor-Schutz einschalten, Standort- und Familienfreigaben trennen. Wichtig ist die richtige Reihenfolge, denn manche Schritte kann die andere Person bemerken.
Erste Hilfe:
Nutzen Sie ein sicheres Gerät, auf das die andere Person keinen Zugriff hat (z. B. bei einer Freundin, in der Beratungsstelle oder Bibliothek).
Zuerst das E-Mail-Postfach schützen. Ihre Haupt-E-Mail ist der Schlüssel zu fast allen anderen Konten.
Machen Sie einen Plan, keinen Schnellschuss. Manche Schritte können auffallen — bei Gefahr erst Beratung.
Schreiben Sie auf: Welche Geräte nutzen Sie (Handy, Laptop, Tablet, Smart-Home, WLAN-Router)? Welche wichtigen Konten (E-Mail, Cloud, soziale Netzwerke, Online-Banking, Streaming)?
Markieren Sie, wo die andere Person das Passwort kennen oder Zugriff haben könnte.
Wählen Sie ein sicheres Gerät, das die andere Person nicht kontrolliert.
Bei Verdacht auf heimliche Überwachung zuerst den Leitfaden zu Stalkerware lesen — das Entfernen kann alarmieren.
02
E-Mail und wichtige Konten neu absichern
Neue, starke Passwörter — für jedes Konto ein eigenes. Beginnen Sie mit der Haupt-E-Mail.
Zwei-Faktor-Schutz (2FA) einschalten — mit einer App/Nummer, auf die nur Sie Zugriff haben. Das BSI empfiehlt das ausdrücklich.
Wiederherstellungs-E-Mail und -Telefonnummer prüfen und auf Ihre eigenen ändern. Bei Google können nach einer Änderung noch bis zu 7 Tage Codes an die alte Angabe gehen.
Aktive Sitzungen/Geräte prüfen und Unbekanntes abmelden.
03
Standort- und Familienfreigaben trennen
Google-Standortfreigabe: Google Maps → Profilbild → „Standortfreigabe“ → Person → „Beenden“.
Apple „Wo ist?“: Einstellungen → Ihr Name → „Wo ist?“/Familienfreigabe → „Standort teilen“ ausschalten.
Apple Familienfreigabe verlassen: Einstellungen → Familie → Ihr Name → „Nutzung beenden“. Als Organisator:in muss die Gruppe ggf. aufgelöst werden.
Merken: Wenn Sie eine Freigabe beenden, kann die andere Person das bemerken. Planen Sie den Zeitpunkt bewusst.
04
Gemeinsames trennen und soziale Medien prüfen
Gemeinsame Konten: Cloud/Fotos, Passwort-Manager, Abos (Streaming), Smart-Home. Abmelden, Passwort ändern oder eigene neue Konten anlegen.
Gemeinsamer Mobilfunkvertrag: Klären, wer Vertragsinhaber ist — dieser kann oft Rechnungen und Standortdienste sehen. Bei Bedarf eigenen Vertrag/SIM.
Soziale Medien: verknüpfte Apps/Berechtigungen prüfen und Unbekanntes entfernen; Privatsphäre enger stellen.
Router/WLAN: WLAN-Passwort ändern, damit niemand über das Heimnetz mitliest.
Häufige Fragen
Kann die andere Person merken, dass ich das Passwort geändert habe?
Ja, das ist möglich. Wenn die Person noch angemeldet ist, wird sie eventuell abgemeldet oder bekommt eine Sicherheitsmeldung. Überlegen Sie bei Gefahr vorher, ob und wann Sie das tun.
In welcher Reihenfolge soll ich vorgehen?
Erst Bestandsaufnahme und sicheres Gerät, dann E-Mail und wichtige Konten, danach Standort- und Familienfreigaben, zuletzt gemeinsame Konten und soziale Medien. Bei Verdacht auf Stalkerware zuerst dort informieren.
Muss ich mein Passwort regelmäßig wechseln?
Nein. Das BSI sagt: ein starkes, einmaliges Passwort plus Zwei-Faktor-Schutz ist besser als häufiges Wechseln. Wechseln sollten Sie, wenn jemand Ihr Passwort kennen könnte — nach einer Trennung oft der Fall.
Was ist Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA)?
Ein zweiter Schutz zusätzlich zum Passwort, z. B. ein Code aus einer App oder ein Fingerabdruck. Selbst wenn jemand Ihr Passwort kennt, kommt er ohne den zweiten Faktor nicht ins Konto.
Was mache ich mit einem gemeinsamen Handyvertrag?
Finden Sie heraus, wer Vertragsinhaber ist — diese Person kann oft Verbindungsdaten und Standortdienste sehen. Wenn möglich, wechseln Sie zu einem eigenen Vertrag oder einer eigenen SIM-Karte.
Ich habe Angst, dass die Person gewalttätig wird. Was zuerst?
Ihre Sicherheit geht vor. Sprechen Sie zuerst mit einer Beratungsstelle über einen Sicherheitsplan (z. B. Hilfetelefon 116 016). Bei akuter Gefahr rufen Sie die Polizei unter 110.
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