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Jemand droht, meine intimen Bilder zu veröffentlichen und fordert Geld — was tun?

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Kurz erklärt: Das nennt man Sextortion (sexuelle Erpressung): Eine Person droht, intime Fotos, Videos oder Webcam-Aufnahmen zu veröffentlichen, wenn Sie nicht Geld oder weitere Bilder schicken. Zahlen Sie nicht, löschen Sie nichts, sichern Sie Beweise und erstatten Sie Anzeige. Sie sind nicht schuld — schuld ist die Person, die Sie erpresst.

Inhaltshinweis

Inhaltshinweis: Dieser Text spricht über sexuelle Erpressung und intime Aufnahmen. Sie müssen nicht alles auf einmal lesen. Bei akuter Gefahr: Polizei 110. Wenn Sie dieses Gerät mit der Person teilen, die Ihnen schadet, nutzen Sie den Button „Schnell verlassen“ und ein unbeobachtetes Gerät.

Ruhig bleiben und Kontakt abbrechen

Atmen Sie kurz durch. Sie müssen jetzt nicht schnell reagieren — im Gegenteil. Antworten Sie der Person nicht mehr. Gehen Sie nicht auf Forderungen ein und schicken Sie kein Geld und keine weiteren Bilder. Zahlungen führen erfahrungsgemäß nicht zum Ende der Erpressung.

Beweise sichern (vor dem Melden oder Blockieren)

Sichern Sie zuerst Beweise, bevor Sie das Profil melden oder blockieren. Machen Sie Screenshots von:

Bewahren Sie die Bilder gut auf. Verbreiten Sie das Material aber nicht weiter.

Profil melden, blockieren und eigene Konten absichern

Erst nach der Beweissicherung: Melden Sie das Profil beim Betreiber der Plattform und blockieren Sie den Kontakt. Bitten Sie den Betreiber, veröffentlichte Inhalte zu löschen. Stellen Sie danach Ihre eigenen Konten sicherer ein (Freundes-/Follower-Listen und persönliche Angaben auf privat), damit die Person nicht an Ihr Umfeld herankommt.

Anzeige bei der Polizei erstatten

Erstatten Sie Anzeige — bei jeder Polizeidienststelle oder online über die Onlinewache Ihres Bundeslandes. Nehmen Sie Ihre gesicherten Beweise mit. Sextortion kann den Straftatbestand der Erpressung (§ 253 StGB ↗) erfüllen — die genaue rechtliche Bewertung nimmt die Polizei oder Staatsanwaltschaft vor.

Sonderfall: Erpressungs-Mail „Ich habe dich über die Webcam gefilmt"

Meist ist das ein reiner Bluff. Solche Massen-E-Mails behaupten, man habe Sie über die Webcam gefilmt, während Sie Pornos ansehen, und fordern Geld (oft in Bitcoin). In aller Regel gibt es kein Video, Ihr Gerät wurde nicht gehackt und Ihr Konto nicht übernommen.

Das sollten Sie tun:

Wichtig: Dieser Sonderfall betrifft Droh-Mails ohne echtes Material. Wurden dagegen tatsächlich intime Aufnahmen von Ihnen für die Erpressung genutzt, folgen Sie den Schritten oben in diesem Leitfaden.

Häufige Fragen

Soll ich zahlen, damit es aufhört?

Nein. Eine Zahlung beendet die Erpressung in der Regel nicht — oft folgen weitere Forderungen. Zahlen Sie nicht.

Ich habe die Bilder selbst geschickt — bin ich jetzt schuld?

Nein. Jemandem zu vertrauen ist nicht verboten. Strafbar macht sich die Person, die Sie damit erpresst — nicht Sie.

Soll ich das Profil sofort blockieren?

Blockieren Sie erst, nachdem Sie Beweise gesichert haben. Danach: blockieren und melden.

Es heißt, meine Kamera sei gehackt und ich sei gefilmt worden — stimmt das?

Oft ist das eine leere Drohung per Massen-E-Mail, ohne echtes Material — besonders, wenn nur Text kommt und ein altes Passwort genannt wird. Zahlen Sie trotzdem nicht. Ändern Sie betroffene Passwörter und melden Sie die Mail.

Was, wenn eine minderjährige Person betroffen ist?

Das ist besonders ernst. Holen Sie Hilfe bei einer Beratungsstelle (z. B. Nummer gegen Kummer) und erstatten Sie Anzeige. Über den Dienst „Take It Down“ können intime Aufnahmen von Minderjährigen weltweit gesperrt werden (Bilder werden dabei nicht hochgeladen).

Was, wenn die Bilder schon veröffentlicht wurden?

Sichern Sie auch das als Beweis, melden Sie es der Plattform zur Löschung und lassen Sie sich beraten (z. B. HateAid). Veröffentlichungen können gemeldet und entfernt werden.

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