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Vertrauliche Beweissicherung nach Gewalt

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Kurz erklärt: Nach einer Gewalttat können Sie sich medizinisch untersuchen lassen und Spuren sichern — auch ohne die Polizei einzuschalten. Die Beweise werden sicher gelagert. Sie entscheiden später in Ruhe, ob Sie Anzeige erstatten wollen.

Rechtsgrundlage: Seit dem 1. März 2020 zahlen Krankenkassen in vielen Bundesländern diese Leistungen gemäß § 27 Abs. 1a SGB V.

Was ist vertrauliche Beweissicherung?

Nach einer Tat sind Beweise oft nur kurze Zeit sichtbar oder nachweisbar. Die vertrauliche Beweissicherung hilft Ihnen, diese Beweise zu sichern — ohne sich sofort entscheiden zu müssen, ob Sie Anzeige erstatten wollen.

Was bedeutet „vertraulich"?

Warum so schnell? Manche Spuren sind nach wenigen Stunden nicht mehr nachweisbar. Versuchen Sie, die Untersuchung innerhalb von 72 Stunden nach der Tat durchführen zu lassen. Auch später sind Fotos von blauen Flecken oder schriftliche Dokumentation wertvoll.

Wo bekomme ich Hilfe?

In Deutschland gibt es Gewaltschutzambulanzen und kooperierende Kliniken, die die Untersuchung anbieten. Nicht jedes Krankenhaus hat dieses Angebot — es lohnt sich, gezielt eine passende Stelle zu suchen.

So finden Sie eine Stelle in Ihrer Nähe:

Tipp: Sie dürfen eine Vertrauensperson mitbringen. Die Untersuchung ist für Sie kostenlos.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Sie entscheiden, was untersucht und dokumentiert wird. Sie können jederzeit Pausen machen oder die Untersuchung abbrechen.

Was typischerweise gemacht wird:

Nach der Untersuchung:

Sie haben die Kontrolle: Sie müssen nichts tun, was Sie nicht möchten. Sie dürfen auch nur einen Teil der Untersuchung machen lassen.

Wenn Sie sich später für eine Anzeige entscheiden

Sie können die Anzeige Tage, Wochen oder Jahre später erstatten. Solange die Frist läuft, sind Ihre Beweise sicher aufbewahrt.

Fristen (Verjährung):

Wie Sie Anzeige erstatten:

Unterstützung in der Zwischenzeit:

Gut zu wissen: Eine Anzeige ist Ihr Recht, keine Pflicht. Auch ohne Anzeige stehen Ihnen Beratung und medizinische Versorgung zu.

Sie brauchen Hilfe?

Diese Stellen können Ihnen jetzt weiterhelfen. Tippen Sie zum Anrufen.

Alle Kontaktstellen anzeigen

Weiterführende Informationen

ODABS — Stellen in Ihrer Nähe finden Offizielle Datenbank, 7 Sprachen Soforthilfe nach Vergewaltigung Frauennotruf Frankfurt — Netzwerk BW, HE, RLP, SN hilfe-info.de — Opferrechte und Opferfibel Bundesportal des BMJ

Fachinfo für medizinisches Personal (GOBSIS)

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